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Aschestreuung - Erklärung & Übersicht

 
 

Aschestreuung

Das Verteilen der Asche in der Natur oder an besonderen Orten als freie Alternative zur traditionellen Urnenbestattung auf einem Friedhof.

Rechtliche Situation im Überblick

Die Gesetzeslage zur Aschestreuung ist international sehr unterschiedlich. Hier ein Überblick über die Situation in den DACH-Ländern und im Ausland:

 

Deutschland

  • Aschestreuung ist grundsätzlich verboten aufgrund des strengen Friedhofszwangs.
  • Die Asche muss auf einem Friedhof (oder Bestattungswald) beigesetzt werden.
  • Ausnahmen gibt es nur in wenigen, streng geregelten Fällen (z. B. Seebestattung).
 

Österreich

  • Aschestreuung ist erlaubt, aber an behördliche Auflagen gebunden.
  • Eine offizielle Genehmigung der jeweiligen Gemeinde ist zwingend erforderlich.
  • Auf öffentlichem Grund ohne vorherige Erlaubnis nicht gestattet.
 

Schweiz

  • Die Gesetzgebung ist hier relativ freizügig geregelt.
  • Streuung auf vorgesehenen Flächen (Friedhof, Wald, Berge, Flüsse) ist problemlos möglich.
  • Auf privaten Grundstücken ist nur die Zustimmung des Eigentümers nötig.
 

International

  • Beliebte Ziele für Deutsche: Nordsee, Ostsee, Alpen, Schottland oder die USA.
  • Internationale Seebestattungen sind weltweit weit verbreitet und anerkannt.

Arten der Aschestreuung

Seebestattung

Die Asche wird in einer auflösbaren Urne ins Meer (oft Nord- oder Ostsee) gegeben. Die genaue Position wird in ein offizielles Seebestattungsregister eingetragen.

Naturbestattung

Streuung auf speziellen Naturbestattungsflächen (im Ausland) oder Beisetzung der Asche an den Wurzeln eines Baumes (z.B. FriedWald, RuheForst).

Luftbestattung

Die Asche wird aus einem Flugzeug, Hubschrauber oder Heißluftballon verstreut. In Deutschland nicht erlaubt, im angrenzenden Ausland jedoch möglich.

Weltraumbestattung

Eine rein symbolische Form der Beisetzung, bei der ein winziger Teil der Asche per Rakete in den Weltraum geschossen wird (sehr exklusiv und kostspielig).

Voraussetzungen & Ablauf

1

Einwilligung (Verfügung)

Der Wunsch zur Aschestreuung sollte idealerweise schon zu Lebzeiten schriftlich festgehalten werden.

2

Behördliche Genehmigungen

Je nach Zielland und gewähltem Ort müssen zwingend vorab offizielle Erlaubnisse eingeholt werden.

3

Professionelle Durchführung

Die Überführung und Verstreuung wird meist durch spezialisierte Bestattungsinstitute (teils im In- und Ausland) abgewickelt.

4

Dokumentation

Der Verbleib der Asche wird dokumentiert (z.B. durch die Übergabe einer Seekarte mit den exakten Koordinaten bei einer Seebestattung).

Vor- und Nachteile

Vorteile Nachteile
Naturnahe, individuelle Form In Deutschland stark eingeschränkt
Oft kostengünstiger Kein fester Ort der Trauer
Keine spätere Grabpflege nötig Fehlender Ort für Abschiedsrituale
Hohe Flexibilität bei der Planung Angehörige könnten Trauerort vermissen

Die Alternative: Teilstreuung

Ein Teil der Asche wird an einem Wunschort verstreut, während der andere Teil in einer Urne (z. B. auf einem Friedhof oder im Kolumbarium) regulär beigesetzt wird. Dies bietet einen optimalen Kompromiss zwischen dem Wunsch nach Freiheit und dem Bedürfnis der Familie nach einem greifbaren Gedenkort. (Hinweis: Auch hier sind die strengen DACH-Gesetze zu beachten).

Wichtige Hinweise

  • Rechtslage prüfen: Vor der Planung unbedingt die aktuellen gesetzlichen Bestimmungen des jeweiligen Bundeslandes oder Ziellandes einholen.
  • Umweltaspekte: Die Asche muss umweltverträglich verteilt werden, ohne schädliche Rückstände in der Natur zu hinterlassen.
  • Diskretion: Bei privaten Streuungen (wo erlaubt) sollte immer Rücksicht auf die Öffentlichkeit genommen werden.
 

Informieren und rechtzeitig vorsorgen

Interessieren Sie sich für eine Seebestattung oder haben Fragen zu den rechtlichen Grauzonen bei Überführungen ins Ausland? Ein erfahrener Bestatter kann Ihnen die legalen Wege zur Aschestreuung aufzeigen.

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